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KDG ist Aktiengesellschaft

Geringe Nachfrage nach Kabel Deutschland am ersten Tag

Kabel Deutschland ist an der Börse, zumindest 26 Prozent oder umgerechnet 34,5 Millionen Aktien. Zwar befand sich der Kurs am ersten Tag stets am unteren Ende der Bookbuilding-Spanne von 21,50 Euro bis 25,50 Euro, aber er blieb knapp über dem Emissionspreis von 22 Euro pro Aktie. Für KDG-CEO Adrian von Hammerstein Grund genug zum Jubeln. „Wir sind absolut zufrieden“, sagte von Hammerstein dem Deutschen Anlegerfernsehen. Während die Aktie kurz nach Eröffnung der Börse auf 22,83 Euro kletterte, erlebte sie wenig später mit 22,10 Euro ihren Tiefpunkt. Am Ende des Tages stand ein Kurs von 22,22 Euro.
Der zwar stabile, aber doch nicht überwältigende Kursverlauf des KDG-Wertpapiers zeigt allerdings auch, dass die Nachfrage im Gegensatz zu den Behauptungen vor dem Börsengang eher gering war. Im außerbörslichen Handel vor dem IPO wurde die KDG-Aktie um die 23 Euro gehandelt. Das mag daran liegen, dass der Erlös von rund 760 Millionen Euro einzig und allein den Unternehmenseignern zugutekommt. Trotz des Schuldenberges von drei Milliarden Euro fließt zunächst kein Geld aus dem Börsengang ins Unternehmen.

Dividende ab 2012

Laut von Hammerstein ist das auch gar nicht nötig: „Wir können aus eigener Kraft weiter wachsen und sind in der Lage, uns selber weiter zu entschulden.“ Der KDG-Chef will die Schulden aus dem Cashflow tilgen. Das Wachstum im Bereich Internet und Telefonie soll dabei helfen. Daneben nannte von Hammerstein auch Video-on-Demand, den PVR-Receiver sowie Pay-TV und HDTV als neue Säulen, die dem Cashflow Beine machen sollen. Zumindest im Pay-TV sind die aktuellen Zahlen aber wenig erfreulich (lesen Sie hierzu den Beitrag auf Seite 19). Von Januar bis September 2009 hat Kabel Deutschland sogar 2 400 Pay-TV-Kunden verloren.
Von Wachstum kann hier keine Rede sein. Die Untersuchungen des Bundeskartellamts hinsichtlich der Boxenpolitik und der Free-TV-Verschlüsselung bei Kabel Deutschland fanden beim IPO ebenfalls keine Erwähnung. Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung der Investoren dürfte die Tatsache sein, dass Kabel Deutschland zunächst keine Dividende auszahlt. Laut von Hammerstein ist das aber ab 2012 geplant, obwohl im Börsenprospekt steht, dass eine Dividende erst ab 2014 möglich ist. „Ich denke, die Aktie wird den Anlegern Freude machen“, ist sich von Hammerstein dennoch sicher.
Die Investoren warten ab, nicht zuletzt weil die Altaktionäre nach sechs Monaten ihre Aktien abstoßen können. Das könnte den Kurs noch einmal unter Druck bringen. Mit Übernahmen durch Kabel Deutschland rechnet in nächster Zeit kaum jemand, eher mit einer Kapitalerhöhung aufgrund der drückenden Schuldenlast. „Es gibt ein paar Akquisitionsmöglichkeiten, aber das sind keine großen Themen“, erklärte der KDG-Chef auf N-TV. Dazu soll Primacom zählen. Doch dafür müsste erst einmal genügend Geld zur Verfügung stehen.

mh
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