| Aktuell |
So viel kostet CI Plus
Jedes Gerät kostet 0,05 Euro – weitere zusätzliche Gebühren
Der Nachfolger von Common Interface 1.0 (CI), CI Plus, wird heiß diskutiert. Auf dem Diskussionsforum „Digitale Plattformen“ des Auerbach Verlags wurde deutlich, dass noch einige Fragen zu klären sind und auch nicht jedem die möglichen technischen Restriktionen des Nachfolgers CI Plus gefallen. Der breite Konsens für eine Schnittstelle, die die Anforderungen der Regulierung und Rechteinhaber erfüllt, war jedoch unübersehbar.
Der Nachfolger des CI-Plus-Forums, die CI Plus LLP, hat neben den Spezifikationen zum Standard auch die Lizenzkosten für dessen Verwendung veröffentlicht. Pro Lizenz werden einmalig 15 000 Euro verlangt, ganz gleich, ob es sich um die Lizenz für eine Set-Top-Box oder ein CI-Plus-Modul handelt. Darüber hinaus werden pro Unternehmen jährlich weitere 15 000 Euro erhoben. Die Registrierung kostet 5 000 Euro (eine Übersicht mit allen CI-Plus-Gebühren entnehmen Sie der Print-Ausgabe des DIGITAL INSIDER).
Fünf Cent pro Gerät
CI Plus LLP berechnet zudem 500 Euro für die Verwendung von 10 000 Codes und digitalen Zertifikaten. Pro Gerät dürfen laut Vertrag nur jeweils ein Code und ein Zertifikat genutzt werden, sodass die Lizenzgebühr bei 0,05 Euro pro CI-Plus-Produkt liegt. Der Versand dieser Daten wird mit 200 Euro berechnet.
Abe Peled, CEO von NDS, bezeichnete diese Lizenzgebühren bereits als zu teuer. Auch der Modulproduzent Smit gab sich gegenüber DIGITAL INSIDER verwundert über die Kosten, seien nach Angaben des CAM-Herstellers doch zunächst nur Gebühren in symbolischer Höhe geplant gewesen. Dies sind aber eher die Ausnahmen. „Wir halten die Lizenzkosten wirklich nicht für problematisch“, entgegnet Holger Ippach, Senior Vice President Sales Northern & Central Europe bei Nagravision. „Die Kosten sowohl für die jährliche Lizenz als auch für die Registrierung einer Produktfamilie bewegen sich durchaus im üblichen Rahmen“, ergänzt Gerhard Schaas, Technikvorstand der Loewe AG.
Allerdings bedeutet dies nicht, dass CI Plus nicht zu einer Verteuerung der Produkte führen kann. „Es werden darüber hinaus Aufwendungen zum einen für die Lizenzierung des MHEG-Stacks notwendig und zum anderen für eine etwas aufwendigere Hardware“, erklärt Schaas. Volker Blume, Technischer Produktmanager Television bei Philips, hofft auf den Erfolg von CI Plus. „Mit einer hohen Stückzahl von Geräten relativiert sich der Fixkostenanteil signifikant“, so Blume auf DI-Anfrage.
Endkundenpreis
Für den Verbraucher ist indes wichtig, was er für die Forderungen der Inhalteanbieter hinblättern muss. „Der Straßenpreis eines CI-Plus-Moduls wäre nicht viel höher als der eines guten HDMI-Kabels“, meint Nagra-Manager Ippach. Die Fernsehhersteller sind zurückhaltender. „Eine genaue Kostenabschätzung ist uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich“, erklärt Frank Bolten, Geschäftsführer Sharp Deutschland. Ins gleiche Horn bläst Schaas. „Wir gehen aber davon aus, dass sich der Mehrpreis für den Endkunden in einem einstelligen Euro-Bereich bewegen wird“, ergänzt der Loewe-Vorstand. Bolten ist sich indes sicher, dass der Endkunde etwaige Mehrkosten honorieren werde, wenn ein Zusatznutzen für ihn klar erkennbar ist.
Martin Winkler, Marketing Director bei Sony Deutschland, sieht keinen Anlass, die Preise zu erhöhen. „Alle Geräte der neuen V5-, W5-, E5- und WE5-Serien sind heute schon zukunftssicher ausgestattet“, so Winkler. Der „KDL-32V5500“ für 899 Euro beweise, dass CI Plus bei Sony nicht zu einer Preiserhöhung führe. Auch bei Philips soll CI Plus keinen Einfluss auf den Endkundenpreis haben. „Uns sind die Zukunftssicherheit und
Kompatibilität unserer Flat-TVs sehr wichtig“, erklärt Blume.
Marktstart im Juli
Ohnehin sieht die Industrie keine Alternative zu CI Plus, auch wenn sich Sharp-Geschäftsführer Bolten zurückhaltend äußert. „Noch hat sich weder der eine noch der andere Standard durchgesetzt“, sagt er gegenüber DIGITAL INSIDER. Sony-Manager Winkler sieht die Vorteile für Inhalteanbieter, die einen sicheren Kopierschutz bekommen, und für Verbraucher. „Sie wollen keine zusätzlichen Set-Top-Boxen, die von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sind, Geld kosten und unnötig Strom verbrauchen“, so Winkler.
Laut Rainer Hecker, stellvertretender Vorsitzender des Fachverbands Consumer Electronic im ZVEI, sollen in Deutschland erste CI-Plus-Produkte Ende Juli 2009 in den Handel kommen. Er stellte auf der Euroforum-Konferenz „Die Zukunft der Kabel-TV-Netze“ Anfang März in Köln eine Roadmap für CI Plus vor. Seit Anfang April werden demnach mit Prototypen Interoperabilitätstests für Set-Top-Boxen und CI-Plus-Module durchgeführt.
Diese sollen bis Mitte Juni abgeschlossen sein. Die Zertifizierung der neuen Module bei Kabel Deutschland soll nach Heckers Angaben Anfang Juli beendet sein. Dann sind alle gespannt, was der Endverbraucher zum neuen Standard sagen wird.
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mh
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